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Beschreibung:
Saint-Saens, Camille: Morceau de Concert op. 94 VÖ: 15.01.2008 CD Kritik: Die neueste Einspielung des Ensembles Kölner Akademie unter Michael Alexander Willens stellt einen Solisten in den Vordergrund, der für diese Aufnahme mit einem Lorbeerkranz ausgezeichnet werden dürfte: den Hornisten Ulrich Hübner. Denn neben der lehrreichen Erfahrung, dass instrumententechnischer Fortschritt nicht ausschließlich Vorzüge mit sich bringt, hat die bei Ars Produktion erschienene, klangtechnisch sehr hochwertige Aufnahme ein Füllhorn voll von wunderschönen Preziosen zu bieten: französische Hornmusik. Wie der Solist in dem von ihm verfassten, kenntnisreichen, aber nicht fachsimpelnden Booklettext deutlich macht, wurde die Erfindung des Ventilhorns nicht unbedingt mit Jubelgeschrei begrüßt. Denn was auf der einen Seite gewann (voll chromatische Skalen auch in den unteren Lagen und ein gleichmäßigeres Timbre), wurde auf der anderen verloren (spezifischer Klang der gestopften Töne, und nicht nur dieser). So wollten Komponisten – und nicht gerade wenige – auf die Klangeigenschaften des Naturhorn zurückgreifen, als längst das Ventilhorn erfunden war. Und auch in der instrumentalen Ausbildung schlug sich die (segensreiche!) Unausrottbarkeit des Naturhorns nieder. Lyrische Stücke voller Farben und weicher Kantilenen Der Hornvirtuose Ulrich Hübner, Spezialist für das im Zuge Alter Musik und historischer Aufführungspraktiken wieder etablierten Naturhorns, stellt auf dieser randvoll gepackten SACD Werke für Horn und Orchester französischer Provenienz vor. Und wie man schon erwarten könnte, wenn man von französischer Musik spricht: Der Farbwelt ist hier kein Ende, selbst auf dem engen Raum kurzer Charakterstücke finden sich jede Menge feiner Schattierungen, die von dem Orchester Akademie Köln unter der Leitung von Michael Alexander Willens sorgsam poliert werden, ohne der Versuchung zu verfallen, Hochglanz zu produzieren. Im Gegenteil, die erste Hälfte der Einspielung klingt stellenweise fast klassizistisch geformt und vergleichsweise trocken in der Instrumentierung. Erst mit den beiden Nocturnes von Aymé Kuns bzw. von Paul Jeanjean erhalten kaleidoskopische Farbwelten Einzug, die in dem titelgebenden ‘Chant d’Automne’ von Robert Guillemyn und dem ‘Larghetto’ von Emmanuel Chabrier ihren Höhepunkt erreichen. In all diesen wunderschönen, mal durchwegs lyrisch-kantablen, mal mit Kontrasten gespickten Stücken kann Ulrich Hübner von seiner Virtuosität im Umgang mit dem Naturhorn wie dem Ventilhorn für sich einnehmen. Die zarten Kantilenen wirken ganz natürlich, gerundet in ihrer Phrasierung und mit treffsicherem Geschmack kleine Timbreunterschiede. Das ist technisch auf höchstem Niveau angesiedelt, aber viel wichtiger noch: musikalisch äußerst intelligent, feinfühlig, und umsichtig im Zusammenspiel mit dem Orchester umgesetzt – meisterlich in jeder Hinsicht. Zauberhorn Ulrich Hübner zaubert hier Stücke hervor, die es wert sind, nicht nur Hornspezialisten zugänglich zu sein, sondern einem breiteren Publikum; was dieser Einspielung nur zu wünschen ist! Auch wenn es historisch fraglich scheint, ob die sparsame Streicherbesetzung der Kölner Akademie den Werken von Jeanjean, Guillemyn, Strong oder Massenet angemessen ist. Vielleicht hätte man die Besetzungsstärken des Orchesters enger an den individuellen historischen Gegebenheiten orientieren können – mit dem Ergebnis höherer Flexibilität bzw. Abwechslung. Interpretation: **** Klangqualität: **** Repertoirewert: ***** Booklet: **** Fazit: Hervorragende Reanimierung von Tobias Pfleger, 12.02.2008
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