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   Produkt: 16. Wiener Kontrabasskonzerte
 


Beschreibung:

Komponist: Franz Anton Hoffmeister, Vaclav Pichl, Jan Krtitel Vanhal

Interpret(en): David Sinclair, Kölner Akademie, Michael Alexander Willens
Aufnahme: 12.01.2006

CD-Kritik:

Das Sausen im Eichenwipfel

Über die Leiden des einsamen Kontrabassisten hat Patrick Süßkind 1981 einen erfolgreichen, seinerzeit viel gespielten Monolog geschrieben. Er thematisierte nicht ohne Witz die Geschichte des Instruments und seiner geringen Prominenz. So wie Georg Kreislers ‚Triangelspieler’ fristet der
Kontrabassist ein zumeist unscheinbares Dasein im Orchester, hat kaum je Gelegenheit zur Selbstdarstellung und zur auffallenden Virtuosität.

Das ‚Rieseninstrument’ war schon Christian Friedrich Daniel Schubart in seinen ‚Ideen zu einer Ästhetik der Tonkunst’ (um 1780) aufgefallen. Seinen Eindruck über das seinerzeit noch relativ neue (und noch keinesfalls in der heutigen Form ausgereifte) Instrument beschreibt er im Solospiel wie folgt: „Die Tiefe war brüllend, schauerlich, durchschneidend – klang wie das Sausen des Sturmes im Eichenwipfel. Die oberen Töne brachten die lieblichste Tenorstimme hervor, die aber nicht wie Saitenton, sondern wie Tenorposaune tönte.“

Drei Konzerte aus jener Frühphase des Kontrabass’, die zu musikästhetischen Überlegungen Anlass gab, sind nun in der auf historischen Instrumenten eingespielten Reihe ‚Vergessener Schätze’ der Kölner Akademie unter ihrem Chef Michael Alexander Willens erschienen. Es sind Werke für den so genannten fünfsaitigen ‚Wiener Bass’, der mit
seiner speziellen Stimmung ab den 1760er Jahren den Weg ins solistische Spiel ebnete. Die Wiener Klassik brachte bedeutende Konzerte für den Bass hervor, aus dieser Blütezeit stammen die drei eingespielten Konzerte von Franz Anton Hoffmeister (1754-1812), Wenceslav Pichl (1741-1805) und
Johann Vanhal (1739-1813), die ersten beiden gar in Ersteinspielungen. Die Eignung als Soloinstrument belegen diese kompositorisch souverän gestalteten Konzerte mit ihrer klassischen Dreisätzigkeit allemal.

Der kanadische Kontrabassist David Sinclair spielt sie auf einem Wiener Bass von 1729 mit grandioser Wendigkeit. Den teils hohen technischen Anforderungen begegnet er mit hörbarer Virtuosität; Doppelgriffe, längere Triolen-Passagen, Sechzehntelreihungen, weite Griffe - nichts raubt dem noblem Ton Sinclairs die homogene Ausstrahlung und Expressivität. Das musikalische Material gewinnt unter seiner schon athletisch zu nennenden Fingerfertigkeit und Bogenphrasierung Festigkeit, gelegentlich gar singenden und tänzelnden Charakter. Ob munter oder lyrisch, die Klangvielfalt die er dem Instrument zu entlocken versteht, ist erstaunlich. Man kann Schubarts bewunderndes Erstaunen über Klang und
Möglichkeiten des Instruments nach dem Hören der CD bestens verstehen.

Die Kölner Akademie ist ihm ein sensibler Musizierpartner, man hört aufeinander, scheint sich gegenseitig zu inspirieren, die Balance zwischen Soloinstrument und Orchester ist auch aufnahmetechnisch wunderbar gewahrt. Die klare Stimmführung Michael Alexander Willens’ und die energische Leitung tun ein Übriges um die Konzerte aus ihrem Nischenbereich herauszuholen und in ihrer musikalischen Bedeutung gleichwertig neben andere Solokonzerte der Wiener Klassik zu stellen. So hat man nicht den Eindruck einer exotischen Wiederbelebung zu lauschen, sondern mehr über das so reichhaltige, unbekannte Repertoire der Wiener Klassik zu erfahren. Die Reihe der ‚Forgotten Treasures’, die das Label Ars mit dem Kölner Ensemble aufnimmt, erweist sich einmal mehr als kurzweiliges, informatives Vergnügen.

Interpretation: *****
Klangqualität: *****
Repertoirewert: *****

Kritik von Uwe Schneider, 07.11.2006

 
Hörproben:

Franz Anton Hoffmeister - Concerto in Es-Dur fuer Kontrabass 858 kbVorschau abspielen
Franz Anton Hoffmeister - Concerto in Es-Dur fuer Kontrabass Adagio 1644 kbVorschau abspielen
Vaclav Pichl - Concerto in D-Dur fuer Kontrabass Finale - Presto 1534 kbVorschau abspielen
 
Einzelpreis: 20,00 EUR
zzgl. Verpackung & Versand

Menge:       
 
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