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Beschreibung:
Fagottkonzerte von Franz Danzi Alle Rechte des Fagottkonzerts in g-Moll von Franz Danzi bei Dr. Volkmar von Pechstaedt Jane Gower, Fagott Kölner Akademie Michael Alexander Willens CD-Kritik: Danzis Schwungvolles Fagott Musikgeschichtlich gesehen ist Franz Danzi (1763-1826) eine wichtige Persönlichkeit. Zugleich ist aber auch eine jener Mittlerfiguren, die später kaum noch in der Konzertpraxis eine Rolle spielten. Für Carl Maria von Weber hat sich Danzi eingesetzt, so wie er überhaupt entscheidendes für den aufkommenden Stil der musikalischen Romantik geleistet hat. Er hat in Mannheim, München, Stuttgart und Karlsruhe gewirkt und seine Spuren hinterlassen. Entscheidende Impulse hat er der legendären kurfürstlichen Kapelle Mannheim zu verdanken, deren Mitglied er seit 1778 war. Man wird vieles in den Musikgeschichten über ihn finden, im Konzertsaal begegnet man ihm heute jedoch höchst selten. Zu Danzis umfangreichem Oeuvre zählen immer wieder Kompositionen für Bläser, so auch fünf Fagottkonzerte. Die Kölner Akademie hat unter ihrem künstlerischen Leiter und Dirigenten, Michael Alexander Willens, und mit der international erfahrenen Solistin Jane Gower nun drei davon eingespielt. Außer dem Fagottkonzert des sieben Jahre älteren W. A. Mozart hat sich kaum eines der Solokonzerte für dieses Instrument nachhaltig im Konzertkanon halten können. Dabei ist vor allem das 18. Jahrhundert reich an Fagottkonzerten J.C. Bachs, Stamitz’, Vogels, Krommers, Hummels usw. Klassische Form – großes Vergnügen Die Danzi-Konzerte folgen einem klassischen dreisätzigen Aufbau (schnell – langsam – schnell) und zeugen vom kompositorisch-virtuosen Umgang des Komponisten mit dem Fagott. Die Konzerte entstanden für berühmte Fagottisten der Zeit und dürften auf deren jeweilige Meisterschaften zugeschnitten sein. Das informative Beiheft zur CD liefert die nötige Hintergrundinformation. Die orchestralen Effekte, den Umgang mit der Balance zwischen Soloinstrument und Begleitung und die klangfarbenreiche Instrumentationskunst Danzis zeugt vom Vorbild der Mannheimer Schule. Auf modernen Instrumenten verschwinden viele der spieltechnischen Anforderungen an das Fagott, mit ihnen jedoch auch die ursprünglichen ‚Variationen in Klangfarbe, Eindringlichkeit und Ausdrucksfähigkeit’, wie die Solistin der Aufnahme in einem Begleittext erörtert. Konsequenterweise sind die Konzerte daher auf einem historischen Instrument (der Kopie eines Fagotts von 1806) und mit den Erkenntnissen der historischen Aufführungspraxis eingespielt worden. Das Klangbild ist belebt, äußerst transparent und mit der schwungvollen Leitung Michael Alexander Willens ein großer Hörgenuss. Kontrastreich, vital und atmosphärisch dicht klingt das, entwickelt eine angenehme Leichtigkeit und hat tänzerisch inspirierte Spielfreude. Für die kunstfertig agierende Solistin Jane Gower ist das mehr als nur eine Untermalung, es kommt zum inspirierten musikalischen Dialog. Ihrem Instrument entlockt sie eine enorme Farbpalette an Tönen, entwickelt rhythmische Prägnanz (vor allem in den Polacca-Finalsätzen) und findet nicht nur in den Kadenzen zu natürlicher Virtuosität. Lustvoll dringt sie bis in die von Danzi immer wieder geforderten extremen Lagenbereiche vor, scheut nicht die Kanten des schnarrenden, trötenden Klangeffekts und weiß in den Mittelsätzen die lyrischen Möglichkeiten der Tenorstimme mit breit angelegter Phrasierung glanzvoll umzusetzen. Den Melodiebögen gewinnt sie mit vollem, rundem Ton immer wieder überraschende dynamische Akzente ab, was nicht unwesentlich zum lebendigen Eindruck der Interpretation beiträgt. All das zeugt von der überragenden spieltechnischen Fertigkeit Jane Gowers. Diese aus verschiedenen Schaffensperioden Danzis stammenden Werke sind - ohne ästhetische revolutionär zu sein - reizvoll in ihrem melodischen, bis hin zum Volksliedhaften reichenden, Einfallsreichtum und meisterliche Exempel für das Solokonzert um 1800. Diese solistische Unterhaltungsmusik, entstanden an der Grenze zwischen Höfischem und Bürgerlichem, hat den Ausübenden der Einspielung offenbar ebensoviel Spaß gemacht, wie sie dem Zuhörer der fertigen Produktion bereiten wird. Interpretation: **** Klangqualität: **** Repertoirewert: **** Booklet: **** Kritik von Uwe Schneider, 05.11.2006
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